Wiedersehensfreuden in der Act City Concert Hall in Hamamatsu

Auf zu neuen Ufern! Im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen reisen die Tonkünstler zurück an die japanische Pazifikküste – nach Hamamatsu. Mit etwa 800.000 Einwohnern liegt die Industrie- und Hafenstadt auf Platz 17 der größten Städte Japans. Im Herzen des Act City Hamamatsu, eines Kultur- und Kongresszentrums direkt neben dem Hauptbahnhof, wurde ein selbst für japanische Verhältnisse imponierender Konzertsaal mit 2.336 Plätzen gebaut, der durch seine Weite ebenso überzeugt wie durch seine brillante Akustik. Die Tonkünstler sind hier auch schon während ihrer vorigen Japan-Gastspielreise vor zwei Jahren aufgetreten.

Als sie die Hinterbühne betreten, wird gerade die orchestereigene Celesta zerlegt und gewartet, und die Wiedersehensfreude mit Yamaha-Manager Norishige Terada ist groß und herzlich. Er hat das Instrument vor 20 Jahren gebaut und ist extra früher ins Act City gekommen, um es vor der Anspielprobe zu servicieren. Und während im Foyer ein Bläserquintett der Tonkünstler für den Auftritt am Rande eines Dirigierworkshops mit dem Chefdirigenten in Ashikaga probt, plaudert Terada mit Chefdirigent Yutaka Sado, mit der Pianistin Kyoko Yoshizawa und mit Geschäftsführer Frank Druschel und erzählt, was an dieser Celesta so besonders ist – außer der Tatsache, dass sie am Konzertort dieses Abends gebaut wurde. Nicht zuletzt wegen ihrer außergewöhnlichen Bauweise und der Verwendung einer Klaviertastatur hält Terada insgesamt zwölf Patente an der Celesta, sechs allein in Japan, die anderen in Europa, den USA und China. Als er sie pünktlich zur Probe wieder zusammengesetzt und und das letzte Staubkorn weggeputzt hat, freut er sich über den „guten Zustand“ der Celesta.

Norishige Terada spricht übrigens ausgezeichnet Deutsch. Denn nach Ausbildungen zum Klavier- und dann zum Celestabauer ging er nach Europa und lernte bei weltberühmten Orgelbaufirmen wie Schuke in Berlin – diese Firma hat auch die Konzertorgel in der NHK Concert Hall von Tokio gebaut – und Klais in Bonn sowie bei Jehmlich in Dresden. In Wien ist er häufig und seit Jahrzehnten bekennender Tonkünstler-Fan. Wenn er sie nicht live hören kann wie in diesem umjubelten Konzert im Act City Hamamatsu, verfolgt er ihre Arbeit in den Online-Medien, auch in diesem Blog, den er regelmäßig lese. Hört man doch gern, danke. Hat Terada frei, spielt er übrigens kein Tasteninstrument: Seine große Passion ist, schon seit seiner Kindheit, die Tuba.

O

 

Advertisements

Gipfelstürmer im Konzertsaal und am Berg: Vier Tonkünstler auf dem Fuji

Wenn mehr als 100 Menschen drei Wochen unterwegs sind, könnten anschließend Bücher mit den Geschichten aus dieser Zeit gefüllt werden – und viele sind durchaus erzählenswert! Die mit Abstand spektakulärste Unternehmung neben den 14 Tonkünstler-Konzerten in Japan starten Oboist Johannes Strassl, Bratscher Herbert Suchy, Posaunist Wolfgang Gastager und Kontrabassist Johannes Knauer: Sie besteigen den Fuji. Ideale Voraussetzungen bieten sich den vier erfahrenen Bergwanderern: „Perfektes Wetter war angesagt, tatsächlich war es aber noch besser“, scherzt Johannes Strassl, der sich diese Tour zur 30. Japan-Tournee quasi selbst geschenkt hat – zehn davon absolvierte er bereits als Student, zum vierten Mal konzertiert er mit den Tonkünstlern in Japan. Anders als im Sommer, da täglich Tausende auf den Fuji stürmen, treffen die Wanderer auf den noch schneebedeckten Wegen gerade genügend Leute, um sich fotografieren zu lassen. Und zwei Bayern am Gipfel. „Ich bin kein Gipfelsammler“, sagt Strassl, „und eigentlich im Nachhinein erst richtig froh, von meinen Kollegen inspiriert worden zu sein.“ Zwölf Berge habe er im Umkreis des 3.776 Meter hohen Fuji bereits bestiegen und nun auch einmal von oben betrachten können.

In religiöser Hinsicht ist der Fuji, der „heilige Berg“, von besonderer Bedeutung. In der ethnischen Glaubensrichtung Shinto wird er seit Jahrhunderten hoch verehrt, und auch im japanischen Buddhismus gibt es Bergkult-Ausprägungen, die das Besteigen eines Berges als Ausdruck des Glaubens versteht. „Stimmt“, sagt Johnnes Strassl, „vom Berg Kommende werden immer gern mitgenommen, man spürt die Anerkennung.“ Der Unterschied zwischen einer Bergtour und einem Konzert sei übrigens gar nicht so groß. „Ganz egal, ob ich die Fünfte von Schostakowitsch spiele oder auf den Gipfel gehe: Es ist der gleiche Flow.“ Der Schlüssel zu allem sei die Leidenschaft – im Konzert, am Berg und im Tempel.

Ebenfalls beeindruckend für den Tonkünstler-Oboisten: „Das ganze Orchester hat diese Tour mitgelebt und uns in Gedanken begleitet.“ Und noch eine weitere große Wahrheit spricht er gelassen aus: „Japan ist auch deshalb so grandios, weil man sich immer darauf verlassen kann, dass alles funktioniert und man pünktlich zurückkommt.“

Unterwegs in Japan: Schnappschüsse am Rande des Konzertgeschehens

Pausen gehören zur Musik wie jeder einzelne Ton, und Erholung ist im Tourneegeschehen auch für die Musikerinnen und Musiker des Tonkünstler-Orchesters eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Konzerte. Gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen stärken außerdem das Zusammengehörigkeitsgefühl in jedem Orchester. Dass Japan schier unerschöpflich an Sehens- und Erlebenswertem ist, versteht sich von selbst – und dass auf Reisen großartige Fotos entstehen, auch. Eine Blumenwiese auf dem Nokonoshima Island bei Fukuoka im Süden Japans, ein Tempelbesuch in Kyoto, der japanische „Tonkünstler-Bus“ am Bahnhof in Matsumoto sind nur drei Beispiele der zahlreichen Reiseeaktivitäten während der Tournee. Danke an Geigerin Lydia Peherstorfer, Bratschist Herbert Suchy, Kontrabassist Daniel Thierbach und Posaunist Wolfgang Gastager dafür, dass die Bilder hier gezeigt werden können!

 

Japan-Tournee 2018 im ORF: Ab morgen werden die Berichte ausgestrahlt

Ein Wochenende lang begleitet der ORF Niederösterreich die Tonkünstler auf ihrer Japan-Reise. Wer die Berichte von Kulturchef Benedikt Fuchs und Kameramann Helmut Muttenthaler, unter anderem vom Konzert in der NHK Hall in Tokio, sehen, hören und lesen möchte, kann dies ab morgen tun. Hier sind die geplanten Veröffentlichungstermine:

  • ZIB 9 am Samstag, 26. Mai
  • Erster Fernsehbericht in „Niederösterreich heute“ morgen, Freitag, 25. Mai
  • „Guten Morgen, Niederösterreich“ – Radiobeitrag ebenfalls morgen in der Früh
  • Online-Bericht am Freitag auf noe.ORF.at

Laut ORF-Angaben werden mit dieser Bandbreite und Reichweite der Beiträge in allen Medien insgesamt an die 600.000 Menschen erreicht. Die Tonkünstler freuen sich und sagen schon mal Danke!

Zurück in den Westen: Bravi in Matsumoto

Tag 13 der Japan-Tournee 2018: In vier bequemen Bussen reisen die Tonkünstler von der Ostküste Japans zurück in den Westen. Malerische Gebirgs- und Seenlandschaften liegen rechts und links der Autobahn – eine Entspannung für die Sinne nach den Tagen in Tokio. Gegenüber der japanischen Hauptstadt, dem größten Ballungsraum der Welt mit fast 40 Millionen Menschen in der Metropolregion Tokio-Yokohama, wirkt Matsumoto wie ein Dorf. Und doch: Mit seinen rund 250.000 Einwohnern ist das Zentrum des japanischen Gitarrenbaus eine veritable Großstadt. Hier treten die Tonkünstler zum ersten Mal auf, heute wieder mit Valery Afanassiev. Kissei Bunka Hall heißt der moderne Konzertsaal, der 2.000 Menschen Platz bietet und 1992 eröffnet wurde. Herzlich willkommen fühlen sich die Tonkünstler und nutzen die weitläufige Hinterbühne zum Einspielen, während das Publikum die Ausblicke in den nicht minder großzügigen Foyers genießt. Bernsteins „Candide“-Ouvertüre, die „Pastorale“ von Beethoven und zweite Klavierkonzert von Brahms stehen am Programm. Dankbar und bewegt reagieren die Menschen aus Matsumoto auf die Musik, und nach den Zugaben – der fünfte Ungarische Tanz von Brahms und die Polka „Ohne Sorgen“ von Josef Strauss hallen Bravi durch den Saal. Beeindruckend, wie viele CDs, Magazine und Broschüre es von und mit den Tonkünstlern und Yutaka Sado gibt – am Verkaufstisch herrscht in der Konzertpause besonders lebhaftes Interesse.

再び西へ向かう:松本でのブラボー

2018年日本ツアーの13日目:トーンキュンストラーは太平洋側から再び西へ四台のバスでゆったり移動です。4000万人が暮らす首都東京・横浜周辺の大都市圏と比較すると松本は村のように見えます。ここでトーンキュンストラーが公演するのは初めてで、この日はまたヴァレリー・アファナシエフとの共演でした。トーンキュンストラーは温かい歓迎の意を感じることができましたし、ウォームアップのための舞台裏エリアも大きく、ロビーからの景色も素晴らしい。この日のプログラムはバーンスタインの「キャンディード」序曲、ベートーベンの「田園」、ブラームスのピアノ協奏曲第二番でした。松本のお客さんは感動的な様子で、アンコール―ブラームスのハンガリー舞曲第五番とヨハン・シュトラウスのポルカ「憂いもなく」が終わるとブラボーの声がホールに響き渡りました。

Immer am Ball: Auch auf dem Golfplatz ist Yutaka Sado der Maestro

Sehr zeitig läutet an diesem Morgen der Wecker für zwei Musiker des Tonkünstler-Orchesters. Der Chefdirigent lädt zum Golfen ein – für Fagottist Christian Karácsonyi und Kontrabassist Lukas Ströcker ein liebgewonnenes Ritual auf den Tourneen. Eineinhalb Stunden dauert die Fahrt zu Yutaka Sados Heimatclub über die Tokyo Bay mitsamt der spektakulären Teil-Untertunnelung, die mitten auf dem Wasser in eine Brücke übergeht. Benedikt Fuchs und Helmut Muttenthaler vom ORF Niederösterreich dürfen die Musiker zu Beginn ihres sonnenbeschienenen Golftags mit der Fernsehkamera begleiten und nehmen Aufnahmen von grandiosen Landschaftspanoramen und Interviews mit nach Hause. Die Ausstrahlungstermine werden selbstverständlich hier veröffentlicht, sobald sie bekannt sind – ansonsten sprechen die nachfolgenden Bilder für sich. Weil´s so schön ist, nutzen Benedikt Fuchs und Helmut Muttenthaler die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt für ihren höchstpersönlichen „Tokio Cup“ am Übungsbereich. Dem Team der Agentur Crystal Arts um Yutaka Sados General Manager Asako Honjo an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die Hilfe bei der Organisation des Drehs!

Always on the ball: Even on the golf course, Yutaka Sado is the maestro

The alarm clock rings very early for two musicians of the Tonkunstler Orchestra this morning. The Music Director’s invitation to play golf is a beloved ritual on the tours for bassoonist Christian Karácsonyi and double bassist Lukas Ströcker. It takes about an hour and a half to drive to Yutaka Sado’s home club via Tokyo Bay, along with the spectacular tunnel that merges into a bridge in the middle of the water. Benedikt Fuchs and Helmut Muttenthaler from ORF Lower-Austria are allowed to accompany the musicians with the television camera at the beginning of their sunlit golf day and take home recordings of the grandiose landscape, panoramas and interviews. We would like to take this moment to say a big thank you to the team of the agency Crystal Arts around Yutaka Sado’s general manager Asako Honjo for the help with the organisation of the shoot!

マエストロ佐渡裕はゴルフ場でもマエストロ

トーンキュンストラーの二人の団員はこの日、とても早起きしました。首席指揮者佐渡裕は二人をゴルフに誘いました―ファゴットのクリスティアン・カラーソニーとコントラバスのルーカス・シュトレッカーは、ツアーでお決まりのゴルフをしにいきました。一時間半かけ、東京湾の面白い地下トンネルを通って佐渡裕のホームクラブに行きました。テレビ局ORFニーダーエーステライヒのベネディクト・フクスさんとヘルムート・ムッテンターラーさんがこの晴れの日のゴルフを追跡し、素晴らしき景色とインタビューを撮影しました。もちろん放送日が明らかになり次第、このブログでお伝えします。画像をご覧になればおわかりいただけるでしょう。とてもよい天気だったので、フクスさんとムッテンターラーさんは帰るまでの残りの時間を「東京カップ」と称して練習エリアで楽しみました。エージェントのクリスタルアーツの皆さん、佐渡裕のマネージャーの本庄朝子さん、撮影の手配をありがとうございました!

Mit der Fernsehkamera in der NHK Hall: Der ORF Niederösterreich berichtet über die Tournee

Schon zum zweiten Mal nach ihrem Debüt vor zwei Jahren sind die Tonkünstler in der Konzerthalle des staatlichen japanischen Fernsehens zu Gast. 3.800 Menschen passen in die NHK Concert Hall in Tokio – und heute ist auch der österreichische „Bruder“ des japanischen Senders dabei: Benedikt Fuchs und Kameramann Helmut Muttenthaler vom ORF Niederösterreich berichten über die Tournee des Tonkünstler-Orchesters. Keine Frage haben sie in den zwei Tagen ihrer Anwesenheit in Tokio öfter gehört als jene nach dem Ausstrahlungstermin in dieser Woche. Aber keine Sorge: Er wird auf den Social-Media-Kanälen der Tonkünstler bekanntgegeben, sobald er wirklich fix ist!

Reagiert das Publikum in Österreich anders als in Japan? Wie gut sind die japanischen Konzerthallen wirklich? Was bedeutet das Tourneeleben für einen Orchestermusiker? Wo speist Yutaka Sado am liebsten, wenn er in Tokio isst? Und warum ist er in Japan eigentlich so populär? Fragen, auf die Benedikt Fuchs, Kulturchef im Landesfunkhaus in St. Pölten, von vielen Seiten Antworten erhält – vom Chefdirigenten, von Geschäftsführer Frank Druschel und Konzertmeister Vahid Khadem-Missagh, aber auch von vielen Japanerinnen und Japanern im Foyer der NHK Hall, wo das ORF-Team in der Konzertpause eine Blitzumfrage startet. Anschließend verwöhnt das Publikum die Tonkünstler mit Jubel und Applaus und darf sich derweil schon auf die Tokioter Aufführungen des „West Side Story“-Films mit live gespielter Musik im August freuen. Am Pult, selbstverständlich: Yutaka Sado. Fürs heimische Publikum spielen die Tonkünstler die Originalmusik übrigens am 9. und 10. Oktober im Konzerthaus Wien.

TV camera in the NHK Hall: The ORF Lower-Austria reports on the tour

For the second time since their debut two years ago, the Tonkunstlers are in the Japanese state television’s concert hall. 3,800 people fit into the NHK Concert Hall in Tokyo – and today the Austrian „sister“ station of the Japanese broadcaster is also present: Benedikt Fuchs and cameraman Helmut Muttenthaler from ORF Lower-Austria report on the Tonkunstler Orchestra’s tour. Does the audience react differently in Austria than in Japan? What does the touring life mean for an orchestra musician? Where does Yutaka Sado love to eat in Tokyo? These are questions that Benedikt Fuchs, head of culture at the Landesfunkhaus in St. Pölten, will find answers to from many sources – from the Music Director, from CEO Frank Druschel and Concertmaster Vahid Khadem-Missagh, but also from many Japanese members of public in the foyer of the NHK Hall, where the ORF team starts a snap poll in the concert break. Afterwards, the audience spoils the Tonkunstler with cheers and applause.

テレビクルーもNHKホールに:ORFニーダーエーステライヒがツアーを取材

 

二年前に引続き、トーンキュンストラーは日本の公共放送局で二回目のゲスト公演です。NHKホールで3800人の観客を前に演奏しました―今回はNHKの「兄弟」もお見えです。オーストリアの放送局ORFニーダーエーステライヒのベネディクト・フクスさんとカマラマンのヘルムート・ムッテンターラーがトーンキュンストラーのツアーを取材しに来ました。聴衆の反応はオーストリアと日本で違いはあるのか、オーケストラ団員にとってツアーライフは何を意味するのか、佐渡裕は東京で何を食べるのが好きなのかなど、ザンクトペルテンを拠点とするこの公共放送の文化部長ベネディクト・フクスさんはこれらの問いをたて、様々な方向からの答えを得ました―佐渡裕本人、事務局長のフランク・ドルシェル、コンサートマスターのヴァヒド・カデム=ミサーク、そしてNHKホールに集った日本の人たちからORFの取材班は話を聞きました。最後に聴衆はトーンキュンストラーに歓声と拍手を贈りました―そして8月の生演奏での「ウェストサイドストーリー」の東京公演を心待にしています。指揮はもちろん佐渡裕です。