Dankbarkeit vor der Heimreise: Nach der Tournee ist vor der Tournee

Am Ende fast jeder Orchestertournee steht eine Party. Als die meisten Koffer schon gepackt und alle Instrumentenkisten auf den Lastwagen geladen sind, gibt´s Applaus – diesmal von den Musikern: für Yutaka Sado natürlich, für die Tourneebegleiterin Helen Fitzgerald, für die Orchesterwarte und die Mitarbeiterinnen des Orchesterbüros. Am Ende jeder Orchestertournee stehen auch viele Emotionen. Die Vorfreude auf Zuhause gehört auf jeden Fall dazu. Und die Dankbarkeit für musikalische Erlebnisse und Begegnungen mit den bezaubernden Menschen in fremden Ländern. Menschen, die man niemals am Podium sieht, ohne die ein Konzert aber nicht wäre, was es ist: der freundliche Portier am Halleneingang, die nette Dame vom Saaldienst, der flinke Techniker hinter Bühne. Oder eben der Busfahrer: Wieder einmal fahren die Tonkünstler mit dem in Sheffield ansässigen Busunternehmen Ashley Travel Hunderte von Kilometern quer durch Großbritannien. Stellvertretend für alle, die zum Gelingen dieser Tournee beigetragen haben, sollen sie deshalb am Ende dieser Berichte stehen. Danke, Dave Mansell, danke, Carl Gill, danke, Tony Danson!

Schon im März 2019 geht das Tonkünstler-Orchester wieder auf Tournee: nach Deutschland. Zwischen dem 14. und dem 18. März gastiert es in Dresden, Hamburg, Essen und Nürnberg – mit der Pianistin SoRyang und natürlich wieder mit Chefdirigent Yutaka Sado am Pult.

Abschiedsfoto: Die Busfahrer Carl Gill, Dave Mansell, und Tony Danson mit Orchesterinspektorin Irmtraud Madl und Tonkünstler-Geschäftsführer Frank Druschel.

Gratitude before the trip home: After the tour is before the tour

At the end of almost every orchestral tour there is a party. When most of the suitcases have already been packed and all the instrument boxes are loaded on the lorry, there is applause – this time from the musicians: for Yutaka Sado of course, for the tour guide Helen Fitzgerald, for the orchestra and the staff of the orchestra office. At the end of each orchestra tour there are also many emotions. The anticipation of being home is definitely one of them. And the gratitude for musical experiences and encounters with the enchanting people in foreign countries, who are never seen on the podium, without which a concert would not be what it is: the friendly porter at the entrance to the hall, the nice lady from the sales office, the swift technician behind stage. Or even the bus driver: Once again, the Tonkunstlers are with the Sheffield-based bus company Ashley Travel, who traveled hundreds of miles across the UK. Representing all those who contributed to the success of this tour, they should therefore be mentioned at the end of these reports. Thanks, Dave Mansell, thanks, Carl Gill, thanks, Tony Danson!

The Tonkunstlers are back on tour already in March 2019: to Germany. Between the 14th and the 18th of March there will be guest performances in Dresden, Hamburg, Essen and Nuremberg – with pianist SoRyang and, of course, again with Music Director Yutaka Sado on the podium.

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Tournee-Schluss in der Birmingham Symphony Hall mit Beethovens strahlendem C-Dur-Finale

Die zweitgrößte Metropole im Königreich steuern die Tonkünstler am Ende ihrer Gastspielreise durch Großbritannien an: Birmingham. Zwei stattliche Konzerthallen besitzt die Stadt, die Birmingham Symphony Hall ist die jüngere und mit fast 2.300 Plätzen auch die größere – und sie gehört zu den beeindruckendsten Konzertsälen der Welt. Selbst jene Musikerinnen und Musiker, die mit dem Orchester nun schon zum vierten Mal hier auftreten, schreiten staunend die Bühne ab. Für Yutaka Sado ist es eine Premiere: Er kennt die Konzerthalle nicht, weshalb ihn, lange vor der Anspielprobe, sein erster Weg zum Podium führt. Angela Hewitt nimmt hier vor ihm Platz, um im Rahmen eines ausführlichen Einführungsgesprächs auf die Fragen von Richard Hawley zu antworten, der für die künstlerische Planung am Haus verantwortlich ist. Mit jedem der fünf Klavierkonzerte von Beethoven verbinde sie eine individuelle Geschichte, sagt Hewitt. So habe sie mit zwölf, dreizehn Jahren das erste Konzert studiert – und sich umso mehr gefreut, das fünfte auf dieser sechsteiligen Gastspielreise mit den Tonkünstlern spielen zu dürfen.

Was ihre größte Befürchtung als reisende Pianistin sei, die sich fast täglich mit neuen Bedingungen arrangiere? Angela Hewitt muss nicht lange überlegen: Dass der Flügel nicht klinge. Nun – sie, die am liebsten auf italienischen Fazioli-Instrumenten musiziert, wird nach ihrem Vortrag sicher zufrieden sein: Der Steinway in der Symphony Hall lässt klanglich keine Wünsche offen. Der Schlüssel zu ihrer Expertise für das Klavierwerk von Johann Sebastian Bach liegt derweil ganz klar in Angela Hewitts Kindheit: Da ihr Vater Organist war, sei sie mit Bachs Polyphonie und mit seinen Orgelkompositionen aufgewachsen. Und als Bach-Expertin wird sie schon bald nach Wien zurückkehren: In den Cembalokonzerten f-Moll BWV 1056 und d-Moll BWV 1052 gibt Angela Hewitt im März 2019 ihr Debüt im Wiener Musikverein – mit den Tonkünstlern, versteht sich.

Mit dem strahlenden C-Dur-Finale der „Fünften“ von Beethoven empfehlen sich die Tonkünstler an diesem Abend schon mal für ihre nächste Großbritannien-Tournee, die derzeit geplant wird. Was für ein Zufall: Beim vorigen Gastkonzert in der Birmingham Symphony Hall im März 2014 stand die Symphonie ebenfalls am Programm. Stimmt ja auch: Beethoven kann man gar nicht oft genug spielen in dieser Welt.

Und wieder gefällt die Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauss: Die Tonkünstler spielen die letzten Takte ihrer aktuellen Tournee durch das britische Königreich.

The tour comes to an end in the Birmingham Symphony Hall with Beethoven’s sparkling C-Major finale

The Tonkunstlers head to the second biggest city in the the U.K., Birmingham, to end their guest appearance tour there. The city contains two commanding concert halls, the Birmingham Symphony Hall is the younger and the larger with almost 2,300 seats – it is one of the most impressive concert halls in the world. Even the musicians who have already played here four times, walk onto the stage astounded. It’s a debut for Yutaka Sado: He is not familiar with this concert hall, which is why he makes his way to the podium long before the rehearsal. Angela Hewitt sits down in front of him to answer Richard Hawley’s questions in a detailed introductory talk. Richard is responsible for the in-house art planning. Angela Hewitt has a different individual story for each of Beethoven’s five Piano Concertos. She studied the first concerto at age twelve to thirteen, and is overjoyed to be able to play the fifth on this six concert tour with the Tonkunstlers.

What is the pianist’s biggest fear, who must often adapt to new surroundings almost daily? Angela Hewitt does not have to think for long: That the piano doesn’t work. Well, she prefers to make music on Italian Fazioli instruments, and will surely be satisfied after her performance: The Steinway in the Symphony Hall leaves nothing to be desired in terms of sound. Meanwhile, the key to her expertise in the piano works of Johann Sebastian Bach clearly stems from Angela Hewitt’s childhood: Since her father was an organist, she grew up with Bach’s polyphony and organ compositions. And as a Bach expert she will soon return to Vienna: In the harpsichord concerts in F-minor BWV 1056 and D-minor BWV 1052, Angela Hewitt made her debut at the Vienna Musikverein in March 2019 – with the Tonkunstlers, of course.

With the brilliant C-major finale of the „Fifth“ by Beethoven, the Tonkunstlers auditioning this evening for their next Great Britain tour, which is currently being planned. What a coincidence: at the previous guest performance at the Birmingham Symphony Hall in March 2014, the symphony was also on the program. It’s true: Beethoven can not be played often enough in this world.

„With bright, characterful playing from the Vienna musicians“

„Conductor Yutaka Sado kept things pushing ever onwards, with bright, characterful playing from the Vienna musicians“: In der schottischen Hauptstadt Edinburgh erscheint The Scotsman als nationale Tageszeitung – und diese widmet dem Auftritt der Tonkünstler am vergangenen Sonntag in der Usher Hall von Edinburgh eine ausführliche Besprechung. Gestern wurde sie online veröffentlicht, heute steht sie hier!

Auf ins Finale: Pianistin Angela Hewitt und Tonkünstler-Chefdirigent Yutaka Sado vor der letzten Anspielpobe der gemeinsamen Tournee in der grandiosen Symphony Hall Birmingham.

„Conductor Yutaka Sado kept things pushing ever onwards, with bright, characterful playing from the Vienna musicians“: The Scotsman is a national newspaper in the Scottish capital of Edinburgh – and this detailed review was dedicated to the appearance of the Tonkunstlers last Sunday in Edinburgh’s Usher Hall. Yesterday it was released online, here it is today!

Die Tonkünstler spielen in Basingstoke – und für eine große Schülergruppe aus Winchester

„Basingstoke now has a better concert hall than London“, schrieb die Tageszeitung The Times 1994 nach der Eröffnung der Konzerthalle The Anvil in Basingstoke. Europäische Spitzenorchester, die besten Dirigenten und Instrumentalsolisten gastieren hier, und auch das Tonkünstler-Orchester tritt bereits zum dritten Mal seit 2008 in der südenglischen Stadt bei London auf. Basingstokes modernistisch ambitionierter Konzertsaal ist nicht nur hochgelobt, er ist auch groß: 1.400 Sitzplätze – eine stattliche Summe, gemessen an der Einwohnerzahl des Ortes. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer reisen allerdings auch aus dem Umland an, um klassische Musik live zu hören – wie die 66 Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren, die an diesem Abend mit nicht weniger als sieben interessierten Begleitpersonen aus Winchester gekommen sind, etwa 20 Meilen von Basingstoke entfernt. Benjamin, in Bayern geboren und erst seit kurzem in England lebend, berichtet nicht ohne Stolz, dass die ganz Gruppe am berühmten Peter Symonds College in Winchester studiert, einer staatlichen Schule mit etwa 4.000 Schülerinnen und Schülern. Und mit Musikschwerpunkt – daher säßen alle freiwillig in diesem Konzert, sagt Benjamin. Für ihn, der E-Gitarre lernt, sei es der erste Besuch in The Anvil. Was ihm am besten gefalle? Ganz klar: Beethoven!

Den Solopart des fünften Klavierkonzerts spielt Angela Hewitt heute auf einem Konzertflügel des italienischen Klavierbauers Fazioli, ein Exemplar mit besonders schönem Bassregister. Benjamin und seine Mitschüler verfolgen die Aufführung mit dem Tonkünstler-Orchester hochkonzentriert, auf einem Informationsblatt aus der Schule steht das Wichtigste zu den Werken des Programms. Nur die Zugabe, Johann Strauss´ Tritsch-Tratsch-Polka, können sie leider nicht mehr hören: die Zugabfahrt naht. Herzlichen Dank fürs Kommen!

The Tonkunstlers play in Basingstoke – and for a large school group from Winchester

‘Basingstoke now has a better concert hall than London’, wrote The Times in 1994 after the opening of The Anvil concert hall in Basingstoke. Top european orchestras, the best directors and solo musicians appear here, and the Tonkunstlers are performing for the third time since 2008 in the southern English town. Basingstoke’s modern, ambitious concert hall is not only highly praised, it’s also big: 1,400 seats – a tidy sum, considering the population of the town.

Many listeners travel from over the country to hear live classical music – like the 66 16 to 18 year-olds, who come from Winchester, around 20 miles away from Basingstoke, with no less than 6 interested people accompanying them. Benjamin, who was born in Bavaria but recently moved to England, informs us with pride that the whole group is studying at the famous Peter Symonds College in Winchester, a state school with around 4,000 pupils. And a music focus is why they came voluntarily to the concert, says Benjamin. For Benjamin, who learns the electric guitar, it will be his first visit to The Anvil. What is his favourite? Very clear: Beethoven!

Angela Hewitt is playing the solo section of the Fifth Piano Concerto today on a grand piano made by the Italian piano manufacturer Fazioli, a model with a particularly nice bass register. Benjamin and his classmates follow the Tonkunstlers‘ performance with great interest, an information sheet from the school showing them the most important pieces on the program. Unfortunately, they do not have time to hear the encore, Johann Strauss’ Tritsch-Tratsch-Polka, as their train was leaving soon. Thank you very much for coming!

Tournee-Alltag: Kaum leert sich die Konzerthalle, stehen die Orchesterbusse bereit. Abfahrt zum letzten Konzertort – Birmingham.

Fliegende Notenblätter adé: Die Tonkünstler planen eine Investition in ihre Zukunft

Eine große Investition in der Geschichte des Orchesters kommt ihrer Realisierung am Rande des Gastspiels in der Londoner Cadogan Hall einen Schritt näher: Fliegende Notenblätter im Grafenegger Sommerwind, das Eintragen der Striche in jeder einzelnen Streicherstimme und das Ab- und Aussetzen der Instrumente beim Wenden der Notenseiten sollen bei den Tonkünstlern demnächst der Vergangenheit angehören. Tablets sind im Musikbusiness längst üblich; das Orchestermanagement und die Orchestervertretungen informieren sich derweil bei verschiedenen Anbietern über weitere Möglichkeiten. Darunter Gvido: ein großformatiges, doppelseitiges Notenanzeigegerät zum Aufklappen mit 360 Gramm Gewicht und mit Displays, die fast so groß sind wie eine Din-A4-Seite. Gvido wird beim Tokyo Philharmonic Orchestra bereits getestet und arbeitet mit PDF-Dateien, die im eigenen Speicher, auf einer SD-Karte oder WLAN bereitgestellt werden, ermöglicht Eintragungen und soll künftig auch über eine Datencloud bespielbar sein. Hergestellt wird das Gerät – nicht berraschend – in der Heimat des Tonkünstler-Chefdirigenten Yutaka Sado: Fujio Noguchi, Chefentwickler beim japanischen Unternehmen Terrada Music Score, soll dem Vernehmen nach bei Sony schon E-Reader gebaut haben.

Beim Meeting diskutiert Tonkünstler-Geschäftsführer Frank Druschel mit Marco Bensa und Andrés Mendoza Taylor entscheidende Fragen: Wie kann die vorhandene riesige Notenbibliothek des Orchesters ins System eingespielt werden? Wie viele Geräte sollen von Orchestermitgliedern ausprobiert werden, wie könnte die Testphase ablaufen? Auf welche Weise kann das Hauptrepertoire der Tonkünstler im System digitalisiert werden? Soll man mieten, kaufen oder beides miteinander verbinden? Gvido ist auf dem Weg: Die von Terrada beauftragten Manager berichten über Expansionspläne hinsichtlich möglicher Showrooms in Verbindung mit Support-Stützpunkten in den Hauptstädten von Österreich, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland.

Anschließend sitzen Marco und Andrés im Publikum, erleben das Tonkünstler-Konzert in der Cadogan Hall. Und bedanken sich: Sado san excelled himself as usual and Angela Hewitt’s performance was exquisite!“ Liest man doch gern.

Das kann Gvido: Tonkünstler-Geschäftsführer Frank Druschel mit Marco Bensa und Andrés Mendoza Taylor (von links) beim Meeting in der Londoner Cadogan Hall.

So long to flying sheet music: The Tonkunstlers plan an investment in their future

A great investment for the image of the orchestra is coming a step closer to fruition on the sidelines of the guest appearance in the Cadogan Hall in London: Flying sheet music in Grafenegg´s summer wind, the entry of the strokes in every single string voice and the putting down and taking up of the instrument to turn the pages of the sheet music will be a thing of the past for the Tonkunstlers. Tablets have been common for a while in the music industry; The orchestra management and representatives have meanwhile been informing themselves as to what is on offer. Among them Gvido: a large sized, double sided music display device with zoom which weighs just 360g. It features displays almost as big as a side of A4. Gvido is being tested by the Tokyo Philharmonic Orchestra and works with PDF files, that can be stored on an SD card or with Wifi. In future, inscriptions should be playable over the file Cloud. The device is manufactured in the home of the Tonkunstler Orchestra’s Music Director Yutaka Sado – no surprises there! Fujio Noguchi, head of development at japanese company Terrada Music Store, is said to have already built e-readers at Sony.

At the meeting, Tonkunstler CEO Frank Druschel discusses key questions with Marco Bensa and Andrés Mendoza Taylor: How can the existing huge music library of the orchestra be loaded into the system? How many devices should the orchestra members try, what exactly could the trial period be? How can the main repertoire of Tonkunstler be digitized in the system? Should they rent, buy, or some combination of the two? Gvido is on the way: The manager commissioned by Terrada’s report on expansion plans for possible showrooms in connection with support centers in the capitals of Austria, Great Britain, France, Italy, Spain and Germany.

Afterwards, Marco and Andrés sit in the audience and experience the Tonkunstler concert in Cadogan Hall. And thank you: „Sado san excels himself and Angela Hewitt’s performance was exquisite!“ Nice to read.

Bravi in London: Die Tonkünstler in der ausverkauften Cadogan Hall

In ausverkauften Sälen zu spielen, gehört zu den angenehmsten Aufgaben von Orchestermusikerinnen und -musikern – umso mehr, wenn es sich um ein Gastspiel im Herzen von London handelt. Die mitten in Chelsea gelegene Cadogan Hall zählt zu den modernsten Konzerthallen der britischen Hauptstadt. Im Rahmen ihrer vorigen Großbritannien-Tournee erhielten die Tonkünstler mit ihrem Chefdirigenten Yutaka Sado eine drei Konzerte und drei verschiedene Programme umfassende Miniresidenz, an diesem Abend treten sie hier bereits zum siebten Mal auf: mit den Tanzepisoden aus Bernsteins „On the Town“, Beethovens fünftem Klavierkonzert und der fünften Symphonie von Sibelius im Finale. Besonders in diesem zweiten Konzertteil überzeugt die Cadogan Hall mit ihrer weichen, ausgeglichenen Akustik, und die für die „Schwanenhymne“ bekannte Komposition klingt wieder einmal anders und wieder einmal neu. Das Pulikum honoriert´s mit Bravos.

In dieser zum Konzerthaus umgebauten früheren Kirche hat das Royal Philharmonic Orchestra seine künstlerische Heimat. Andrew Jamieson, Head of UK Touring bei der Agentur IMG Artists und verantwortlich für die Tonkünstler-Tournee, schwärmt von der Präsenz der Spitzenorchester im Zyklus der Zurich International Concert Series. Valery Gergiev und das Mariinsky Orchestra beispielsweise halten hier eine Residenz mit mehreren Konzerten, verteilt über die Spielzeit. Schön, wieder dabeizusein!

Schön, wieder dazusein: Yutaka Sado, hier mit Tonkünstler-Geschäftsführer Frank Druschel und Andrew Jamieson, Tourneemanager bei IMG Artists, signiert nach jedem Konzert die im Hauslabel der Tonkünstler erschienenen CDs – auch in der Londoner Cadogan Hall.

Bravos in London: The Tonkunstlers in the sold out Cadogan Hall

Playing in sold out halls is one of the most pleasant tasks that orchestra musicians get to enjoy – even more so, when it’s a guest appearance in the heart of London. The Cadogan Hall, which is in the middle of Chelsea, is one of the most modern concert halls in the British capital. As part of the last U.K. tour, the Tonkunstlers performed three concerts with three different programs with Music Director Yutaka Sado in what turned out to be a mini residence. This evening will be their seventh performance there: With Bernstein’s dance episode ‘On the Town’, Beethoven’s Fifth Piano Concerto and Sibelius’ Fifth Symphony as a finale. Especially in the second part of the concert, the Cadogan is convincing with its soft, balanced acoustics. The composition, known for the ‘Swan Anthem’, sounds new again and again. The audience honours it with Bravos.

The Royal Philharmonic has their residence in this converted church concert hall. Andrew Jamieson, Head of UK Touring at the IMG Artists agency and responsible for the Tonkunstler tour, raves about the presence of the top orchestras in the cycle of the Zurich International Concert Series. Valery Gergiev and the Mariinsky Orchestra had a residence here with a few concerts, spread throughout the season. Great to be back!

„It´s poor music, it´s passion music“: Angela Hewitt und die Tonkünstler in Nottingham

Ausgesprochen großzügig, sagt Angela Hewitt, finde sie das Zugeständnis von Yutaka Sado, ihr das Dirigat der beiden Cembalokonzerte von Johann Sebastian Bach zu überlassen. „Eine Art Generalprobe“ für die Aufführungen im Wiener Musikverein und in St. Pölten im März 2019 nennt sie im Einführungsgespräch mit William Ruff, Musikkritiker bei der Nottingham Post, diesen Auftritt in der Royal Concert Hall in Nottingham. Vom „Dilemma“, dass Bachs Instrumentalkonzerte fast nur noch von Kammerorchestern und Spezialensembles gespielt werden, ist ebenfalls die Rede – und umso größer die Freude über das Engagement bei den Tonkünstlern. Hewitt würde sicherlich den Abend füllen mit Einsichten, die nur gewinnt, wer sich über viele Jahre intensiv mit Bachs Musik beschäftigt und immer neue Antworten auf die allgegenwärtigen Fragen der Interpretation sucht: Einsichten über die Rhythmik in Bachs Musik, ihre Urgründe im menschlichen Singen, über die Bedeutung des schönen Klangs, über die Notwendigkeit, jede Stimme als eigene Linie, mit eigener Phrasierung und Dynamik zu betrachten. „It´s poor music, it´s passion music“, sagt Hewitt – und allzu schnell vergehen die für das Gespräch auf der Bühne vorgesehenen 20 Minuten.

Die Darbietungen der Cembalokonzerte in f-Moll BWV 1056 und in d-Moll BWV 1052, die Angela Hewitt anschließend vom Klavier aus leitet, klingen mitnichten nach Generalprobe. Die Pianistin ist eine Expertin in Sachen Bach: Seit September 2016 und noch bis Juni 2020 tourt sie im Rahmen ihrer „Bach Odyssey“ mit dem gesamten Klavierwerk des Barockmeisters durch die Welt. Und mit der Aria aus den Goldberg-Variationen schickt sie das Publikum beglückt in die Pause.

Der gewaltige C-Dur-Schluss von Beethovens „Fünfter“ verfehlt auch an diesem Abend seine Wirkung nicht und wird vom Publikum mit spontanen Bravi honoriert. Und auch die Tritsch-Tratsch-Polka, von Yutaka Sado mit beinahe komödiantischer Eleganz animiert, sorgt erst für ein Schmunzeln im Auditorium und dann für donnernden Beifall. Der Chefdirigent bekommt einen Extra-Applaus vom Orchester – und natürlich aus dem Saal!

Extra-Applaus für den Chefdirigenten: Die Tonkünstler und Yutaka Sado in Nottingham.

„It’s poor music, it’s passion music“: Angela Hewitt and the Tonkunstlers in Nottingham

Angela Hewitt says, that she finds the concession of Yutaka Sado to give her the direction of the two harpsichord concerts of Johann Sebastian Bach extremely generous. In the introductory talk with William Ruff, music critic at the Nottingham Post, she calls this performance at the Royal Concert Hall in Nottingham „a dress rehearsal“ for the performances at the Vienna Musikverein and in St. Pölten in March 2019. The „dilemma“ that Bach’s instrumental concertos are almost exclusively played by chamber orchestras and special ensembles is also the talk – and even greater the joy of engagement with the Tonkunstlers. Hewitt can only gain from the fact that she will certainly take insights from the evening, she has dealt intensively with Bach’s music over many years and always seeks new answers to the omnipresent questions of interpretation: Insights into the rhythm in Bach’s music, their origins in human singing, about the importance of beautiful sound, the need to consider each voice as a separate line, with its own phrasing and dynamics. „It’s poor music, it’s passion music,“ says Hewitt – and the 20 minutes scheduled for the interview on stage pass all too quickly.

The performances of the harpsichord concertos in F-minor BWV 1056 and in D-minor BWV 1052, which Angela Hewitt subsequently conducts from the piano, do not sound like a rehearsal. The pianist is an expert on Bach: Starting in September 2016 and continuing until June 2020, she is touring the baroque master’s entire piano works as part of her „Bach Odyssey“. And with the Aria from the Goldberg Variations she sends the audience happily into the break.

The tremendous C-major ending of Beethoven’s „Fifth“ does not lose its effect on this evening either and is honored by the audience with spontaneous cheer. And the Tritsch-Tratsch-Polka, directed by Yutaka Sado with almost comedic elegance, first makes for a smile in the auditorium and then for thunderous applause. The Music Director receives an extra applause from the orchestra – and of course from the hall!